Exotik auf 60 Quadratmetern
Immer wieder kehren angefressene MitarbeiterInnen von Ferien in fernen Ländern zurück, schwärmen uns Daheimgebliebenen die Ohren voll über all das üppig wachsende Zeugs und wedeln mit farbenprächtigen Fotos, dass uns der Neid grün im Gesicht steht. Halt, aufhören, genug - dieses Feeling wollen wir auch - und zwar hier, sofort!
So kam es, dass seit ein paar Jahren die angefressensten unter den Exotikern alljährlich die Mühen nicht scheuen, ende Mai die in Töpfen im Gewächshaus überwinterten Lieblinge in Schwerstarbeit nach Draussen zu schleppen. Diese exotischen Prachtskerle werden ausgepflanzt und unserem oft hudelwettrigen Alpenland-Klima auszugesetzt. Pflanzen, die zuerst den Kopf einziehen und uns wahrscheinlich in ihren fremdländischen Sprachen verfluchen, beginnen - oh Wunder - bald wie die Wahnsinnigen zu wachsen. Treiben Blätter, fett und unverschämt, dass manch einheimisches Pflänzchen nebenan geradezu mickerig erscheint und wir seine Bescheidenheit bedauern.
Ende September muss man sich fast mit der Machete durch den Garten schlagen und die grössten Exemplare blühen meterhoch über den Köpfen! Doch oh weh - noch vor dem ersten Frost geht's für die Exoten wieder zurück in den engen Topf und in das geheizte Gewächshaus. Die Einheimischen nebenan kichern und werfen diesmal ihre Samen noch weiter aus.


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